Offiziersäbel
Grundgedanken und Kernelemente des Neuen Deutschen Offiziersäbels

Im folgenden wollen wir eine ausführlichere Begründung des Neuen Deutschen Offiziersäbels und seiner Kernelemente geben.

Schon bei Gründung der Bundeswehr wurde die Einführung eines Säbels erwogen. Aufgrund uns unbekannter Gründe wurde diese Idee nicht realisiert. Seitdem kam es immer wieder zu vereinzelten Bemühungen, dieses Projekt doch zu realisieren. In einem ganzheitlichen Betrachtungsansatz blieb es bisher erfolglos. Bisher Kameraden! In der Vergangenheit wurden die Säbel für den deutschen Offizier privat beschafft und in einer Grundausführung vom Dienstherrn zuweilen gestellt. Deshalb planen wir den Säbel in einer weniger formalen Ausführung und mehr als Accessoire für besondere Anlässe und Feierlichkeiten.

Bild Blücher bei Waterloo

    "Ich wünschte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen…"

Dieser Ausruf wurde am 18. Juni 1815 vom bedrängten britischen Feldherrn Wellington getätigt. Eine der deutschen Symbolfiguren der napoleonischen Befreiungskriege erschien in der Tat und führte zur Wende in der Schlacht von "La Belle Alliance" (vielen auch unter Waterloo bekannt). In einer schwarzen Uniform, mit roten Umschlägen und goldenen Knöpfen steckte eine der schillerndsten Persönlichkeiten: Blücher. Im Volksmund auch "General Vorwärts" genannt, brachte er die entscheidende Wende mit den preußischen Korps in dieser wahrhaft multinationalen Schlacht. Sein sagenhafter Mut, sein Talent, sowie sein Spürsinn und seine Entschlusskraft sollten fortan die Grundlage für moderne deutsche Offizierstugenden unter einem eigenen und einheitlichen Säbel bilden!

Bild OffizierDie schlichten Farben an den Uniformen der Lützowschen Freikorps waren gleichzeitig die Vorlage für die folgenden Generationen und begründeten unsere Schwarz-Rot-Goldene Fahne. Diese Fahne wurde damit zum Symbol für Selbstbestimmung und Fortschritt. Vielleicht wurde sie deshalb auch vom Dritten Reich verworfen? Wir bejahen sie bedingungslos - fühlen wir uns doch nicht nur aufgrund des Eides an sie gebunden! Wir wollen damit nicht nur an ihre Ursprünge anknüpfen, sondern vielmehr auch eine Brücke zur Gegenwart bauen. Ihre Ursprünge im Lützowschen Freikorps, den Burschenschaften, dem Hambacher Fest und dem freiheitlichen Denken sind uns bekannt. Die Bedeutung für unsere Identität im Rahmen einer europäischen und zunehmend globalen friedlichen Gemeinschaft sind uns bewusst. Somit geht unser nationales Identifikationssymbol nahtlos in die europäische Flagge auf.

Bild StauffenbergDas freiheitliche Denken welches so unweigerlich mit diesen farblichen Symbolen verbunden ist, ist ebenso Grundlage für unseren Berufsstand. Als herausragende Persönlichkeit des vergangenen Jahrhunderts wollen wir eine besondere Würdigung des Widerstandes gegen das Dritte Reich im Säbel manifestieren. Exemplarisch wollen wir mit einem dezenten Löwenkopf an die Person (Familienwappen) des Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnern. Dieser Träger eines Ehrensäbels dient als Basis und erstrebenswertes Ideal. Mit dem Löwen als majestätisches Tier wollen wir uns eine dauerhafte Erinnerung und Pflicht als selbstbewusste und entschlossene demokratisch legitimierte Entscheidungsträger erhalten.

    "Wer die Fehler der Vergangenheit versteht kann sie in der Zukunft vermeiden. Wer aber in der Gegenwart lebt und die Fehler nicht versteht der wird sie nochmal erleiden!"

In diesem Sinne wollen wir allen deutschen Offizieren eine Plattform bieten, zum gegenseitigen Gedankenaustausch mit dem Säbel als inneres Symbol. Ein Symbol welches in der jüngeren Vergangenheit vielleicht fehlte, nur so lässt sich das geschlossene Versagen eines "Kodex der Offiziere" beim geschlossenen Widerstand gegen Unrecht erklären. Unser Berufsstand hat sich seinerzeit kollektiv instrumentalisieren und damit missbrauchen lassen. Die Person des Claus Schenk Graf von Stauffenbergs und die durch ihn verkörperten Tugenden sind nicht frei von Widersprüchen - seine Entwicklung zeigt aber eine menschliche Geradlinigkeit und Entschlusskraft. Unser Beruf gleicht in diesen Bereichen eher einer Berufung als einer normalen Tätigkeit und beinhaltet damit auch immer das Risiko der Verantwortung vor der Geschichte. Risiken sind aber immer auch mit Chancen verbunden. Der militärische Widerstand im Dritten Reich war sich dessen scheinbar nur vereinzelt bewusst. So ist es notwendig, den Schneid in unserem Gedächtnis dauerhaft zu bewahren und sich diesem Ethos darüber hinaus dauerhaft verpflichtet zu fühlen. Jeder zukünftige Träger sollte sich dessen immer bewusst sein, dass auf jede actio auch immer eine reactio erfolgt und jede unserer Handlungen im globalen Gefüge Auswirkungen in verschiedene Richtungen haben kann. Der Säbel lässt somit Worten der Erinnerung oder statischer Mahnmale - auch die entsprechenden realen Taten folgen!

Bild Hambacher FestWeiterhin ist es uns wichtig, ein inneres Symbol zu erschaffen, welches im Rahmen multinationaler Einsätze auch ein Zeichen der Gleichberechtigung gegenüber unseren Partnern ist. Während wir uns in den verschiedenen Krisenregionen dieser Welt als etablierte Partner erweisen und das gleiche Risiko teilen, kommen wir auf der andererseits ohne die typische Tradition eines Säbels aus. Diese Traditionen fördern aber bei zunehmenden Einsätzen den internen Zusammenhalt und machen das Leben und die Härten, sowie vielfältigen Entbehrungen leichter. Hier werden wir von unseren multinationalen Partnern oftmals nur belächelt. Es beinhaltet schon ein gewisses Maß an Komik, wenn deutsche Soldaten unter den Säbeln anderer Nationen heiraten. Dabei werden aber gerade diese Hochzeiten in Uniform vom Dienstherrn bejaht - geht es doch um den Staatsbürger in Uniform - der nicht nur propagiert, sondern auch aktiv gelebt wird. Bild Offizier

Weitere Kernelemente - Der Binomgedanke:

Ein zentraler Gedanke bei der Umsetzung des Säbels ist die geschlossene Verbindung innerhalb unseres Berufsstandes. Der Binomgedanke orientiert sich am geschlossenen Zusammenhalt. Er wendet sich an eine ethisch und moralisch gefestigte Gemeinschaft, deren Vervollkommnung nicht als statischer und unabänderlicher Prozess aufgefasst wird, sondern als dynamisch lebendes Gebilde. Wir als deutsche Offiziere sollen uns nicht nur einem Eid verbunden fühlen, sondern auch allen anderen Gleichgesinnten. Neben einer fortlaufenden Nummerierung der Säbel ist eine namentliche Gravur des Besitzers (links oder rechts - hier müssen wir uns noch festlegen!!!!) auf der Klinge beabsichtigt. Auf der anderen Seite wird ein anderer Säbelbesitzer zufällig eingraviert. So erreichen wir eine Teilstreitkraftübergreifende Verbindung. Die Vorteile die sich daraus ergeben sind beträchtlich, da wir es so schaffen eine vollwertige militärische Blankwaffe zu personifizieren und etwas bisher noch nicht dagewesenes, in bezug auf andere Nationen, in die Realität umzusetzen. Hier spielen weder Dienstgrad noch Alter der zufällig ausgewählten Person eine Rolle, sondern einfach nur die Zugehörigkeit zu unserem Beruf. Allein das Wissen um die Existenz eines namentlich bekannten Partners schlägt Brücken über Generationen. Der Gedanke der Gleichberechtigung steht dabei im Vordergrund!

Anmerkung vom Offiziersäbel-Team: Als die Idee des Offiziersäbel-Projektes geboren wurde, betrachteten wir den Binomgedanken als unumstößliches Kernelement. An dieser Haltung hat sich unserer Meinung nach auch nichts geändert. Aufgrund zahlreicher Anfragen und Modifikationswünsche vieler Kameraden haben wir uns jedoch nachträglich dazu entschlossen, dieses Kernelement als optionales Symbol zu integrieren. Wir hoffen, dass wir so einen möglichst tragbaren Konsens für alle Interessenten gefunden haben.

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