Entstehungsgeschichte
von Axel Schönborn
Anfang Oktober 2003 überlegte ich mir während eines Wachdienstes die Gründe für den Schwund an Offizieren während und nach dem Studium.
Mir fiel dabei auf, dass viele an einer gewissen Orientierungslosigkeit litten, was sich nicht nur in Nebentätigkeiten ausdrücken lässt. Im Gespräch mit Kameraden kamen viele mögliche Gründe in Betracht, externe wie interne. Da wir auf externe Rahmenbedingungen keinen direkten Einfluss haben, bleiben die internen. Hier fiel ein Mangel an Identifikationssymbolen auf. So wie sich ein Fan mit seiner Mannschaft identifiziert, so müssen sich in einigen Berufen auch die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen identifizieren. In einigen Unternehmen geschieht dies stärker und in anderen weniger. Vielleicht unterscheiden sich aber Berufe auch im Sinne einer bereits angeführten Berufung - in dem Maße wie unser Beruf sich von der Berufung entfernt, entfernen wir uns auch ein Stück von der Liebe zu unserm Beruf. Alternativen werden im Rahmen einer Beurteilung der Lage nicht nur erwogen, sondern auch umgesetzt. Hier setzt die Idee des Säbels an: Anstelle der Tatsache, dass jeder für sich die möglichen Fragen beantwortet, streben wir eine Gemeinschaft an, wo Entscheidungen nicht nur im stillen Kämmerlein getroffen werden können. Eine Gemeinschaft die im Rahmen ihrer Wertvorstellungen gefestigt wird. Einer Gemeinschaft die aber auch das Denken nicht verlernt und nicht resigniert aufgrund des Mangels an offensichtlich Gleichgesinnten.
Nachdem der Grundgedanke geboren war - galt es die Idee zu evaluieren. Dazu bildet die Universität einen hervorragenden zentralen Ort. Wir entschieden uns mittlerweile ein eigenes Design entwerfen zu lassen, gemäß den Vorgaben unserer aufgeführten Begründung. Anstelle langwieriger Planungen entschlossen wir uns für einen Weg an der Basis. Neben einer ausgiebigen Recherche und parallelen Befragungen von Kameraden zu der Idee erwarteten uns einige Überraschungen.
Im April unternahmen wir dann im kleineren Kreis eine Tour durch Deutschland und suchten nach Vorlagen für unseren Säbel. Dabei wollten wir die Entscheidungshierarchie so schlank wie möglich halten und einen höchstmöglichen Informationsfluss zu allen anderen Eingeweihten erhalten.
1. Tag
Unsere Tour begann in Hamburg und führte uns als erste Station nach Hammelburg. Hier versorgte uns der von mir sehr geschätzte OTL a.D. Hoffman mit für unser Projekt wertvollen Informationen. Bei der Führung durch die vom "Bund der deutschen Infanterie" unterhaltenen Museen - erwarben wir Informationen bzgl. der Gestaltungsmöglichkeiten und der möglichen Fallstricke. Beim abendlichen Mahl auf Schloß Saaleck waren wir uns über die Aufwuchsfähigkeit des Gedankens endgültig bewusst.
2. Tag
Der folgende Tag führte uns nach Rastatt zum dortigen Schloß. Hier bekamen wir von dem Museumsleiter Dr. Tapken eine hervorragende Führung durch die verschiedenen Epochen deutscher und europäischer Geschichte. Dadurch wurden uns nicht nur die doch recht vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bewusst, die sich in eine lange Traditionsreihe einreihen lassen. Die Bildmaterialen aus Hammelburg und Rastatt gaben uns somit einen vollständigen Überblick aller Epochen. Neben diesem Besuch lohnte sich das abendliche Kasino von Mettmann.
3. Tag
Die Tour führte uns dann nach Solingen in das Zentrum der ehemaligen deutschen Säbelanbieter. Das dortige Museum erwies sich als wertvolle Quelle, um unsere bisherigen Daten - und Informationssammlungen zu verifizieren. Dank einer hervorragenden Betreuung seitens des Museums gelangten wir noch an die Möglichkeit uns den Herstellungsprozeß genauer anzuschauen, um so ein Qualitätsmaß festlegen zu können und unsere Vorgaben daran auszurichten.
Nach 1700 km war der Spaß dann vorbei und es begann die Phase der Auswertung.